Mein erstes Mal #Alemannia

Fussballlose Zeit – kaum zu glauben. Aber auch Zeit, um mal einiges aufzuschreiben – vielleicht schreibst du auch, was dein erstes Spiel im Stadion war.

Wenn ich mir heute den Spielbericht meines ersten Spiels im Stadion überhaupt anschaue, steht da eine 1:3-Heimniederlagen gegen die SG Wattenscheid 09.

Ich war ein 9jähriger Stops und gerade erst auf die Sportart Fußball (gucken) gekommen. Mein Vater war dann so schlau und hat mich mit zur Alemannia genommen. Bis heute bin ich dabei geblieben.

Im Frühjahr 1990 kämpfte  Alemannia Aachen gegen den Abstieg aus der 2. Bundesliga. Mich interessierte das wenig.  Ich hatte zwar zur Europameisterschaft 1988 mein erstes Panini-Album bekommen und bis auf ein Bild voll bekommen (mir fehlte nur Ray Houghton von Irland und Nachbestellen war unehrenhaft). Ab und an Länderspiele, manchmal Bundesliga im TV, Bodo Illgner fand ich schon prima, aber das Stadionerlebnis kannte ich noch nicht.

Von meinem ersten Spiel habe ich tatsächlich zwei Erinnerungen. Einmal kurz vor Schluss, als Maurice Banach einen Konter zum 1:3 abschließt, in dem er von der Mittellinie alleine auf unseren Torwart Johannes Kau zu läuft und einschießt.

Und – mein erstes Erklimmen des Würselener Walles. Das war die offene  Hintertortribüne auf dem alten Tivoli, über die man früher weiter zur Haupttribüne gehen konnte. Als ich die obersten Stufen erreichte, konnte ich alles sehen. Das riesige Spielfeld, welches von dort oben fast quadratisch erschien. Der für einen 9jährigen riesige Wall, von dem man hinabblickte. Die Gegengerade mit dem damals schon berüchtigten S-Block (ich wusste nicht, dass ich dort noch einige Saisons verbringen sollte). Der Geruch von Bratwurst, und damals schon Robert Moonen als Stadionsprecher. Platz konnten nehmen konnten wir auf langen Holzbänken, dazu gab es ein dünnes Stadionheft. Ich war hin und weg von allem und schaute vor allem aufs Spielfeld und die Spieler.

Es war die Abstiegssaison und das war da schon fast klar. Zwei Wochen später durfte ich wieder hin, gegen Hertha BSC – mit deren damaligen Trainer Werner Fuchs. Mit einem Unentschieden konnte Hertha in die 1. Bundesliga aufsteigen, und als sie kurz vor Spielende das 0:1 schoss und die viele Auswärtsfans schon den Aufstieg feierten, wurde es meinem Vater wohl zu unheimlich und wir mussten gehen. Gerade als wir hinterm Würselener Wall in Richtung Ausgang liefen, fiel der Ausgleich für die Alemannia, und ich war so enttäuscht, dass ich das Tor nicht sehen konnte.
Bis heute denke ich daran, wenn Menschen vor dem Schlusspfiff gehen und ich habe das nie wieder gemacht.

In den darauffolgenden Jahren habe ich die Alemannia immer wieder verfolgt, ab 1995 dann sehr regelmäßig. Aber das hat noch Platz für weitere Geschichten…

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