Die Nöte der Zeit

Wer mich kennt, weiß, dass ich mich seit vielen Jahren in katholischen Verbänden engagiere. Ehrenamtlich und nun beruflich in der KjG, vor einigen Jahren beruflich und nun ehrenamtlich im Kolpingwerk Aachen.
Das Kolpingwerk Diözesanverband Aachen gibt in der Advents- und in der Osterzeit seit einigen Jahren ein Heft mit spirituellen Impulsen heraus.

Seit Beginn an werde ich für eigene Texte angefragt, die zum jeweiligen Impulsoberthema passen und bin sehr froh, dass sie immer veröffentlicht wurden. In diesem Advent war das Thema „Nöte der Zeit“ und heute, am 13.12.19, ist mein Text dran, den ich parallel auch hier online stelle:

Hört auf euer religiöses Gewissen
Es gibt eine junge Partei, bei der es mir mit ihren Aussagen und Zielen kalt den Rücken runterläuft. Nicht nur in den ostdeutschen Bundesländern erreicht sie mitunter ein Viertel der Stimmen (Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2016), sondern auch im Westen über 15% (Landtagswahl Baden-Württemberg 2016). Bei uns in Nordrhein-Westfalen kam die AfD im letzten Jahr nur auf 7%, bei der Bundestagswahl 2017 gaben ihr 5,8 Millionen Menschen ihre Stimme.

Die AfD ist eine Partei, die inhaltlich für viele Dinge steht, die für uns Christen undenkbar sind. Veraltete Familienrollen, Aufrüstung der Bundeswehr und Bewaffnung von Polizei und Privatpersonen, Umgang mit Geflüchteten, Aufruf zum Denunzieren von Lehrern sind nur Beispiele der Verrohung von Sprache, Umgang und Inhalten in der AfD-Politik.
Die Relativierung und Leugnung des dritten Reiches, des Holocausts und der deutschen Rollen an zwei Weltkriegen sind immer wieder Thema auf Wahlkampfveranstaltungen der AfD, nicht enthalten sind die zahlreichen sonstigen rassistischen Ausfälle über Menschen anderer Herkunft bzw. deren Eltern oder Großeltern nicht aus Deutschland stammen. Wie sehr solche Aussagen mitreißen können, haben wir im Sommer in Chemnitz und Kötzen gesehen.

Ohne das „religiöse Gewissen“, so Adolph Kolping, gehe den Menschen der „Maßstab des irdischen Rechts verloren“. Es gibt ein allgemeines Menschenrecht, das sich aus der gottgegebenen und deshalb nicht antastbaren Würde des Menschen ableitet. Kolping hätte die AfD nicht gewählt.

Erschienen in: Impulse im Advent 2018, D. Prielipp für das Kolpingwerk Diözesanverband Aachen.

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