Kindergeburtstag – ein Spielbericht

Harry-Potter-Geburtstag des Achtjährigen, kann ja nicht so ein großes Ding sein, oder. Schon seit einigen Wochen sammelte sich echte HP-Deko an und wir planten den Nachmittag.

Stilechte Einladungen an die Kinder verschicken, wer wird eingeladen, was wird gewünscht, gegessen, gemacht. Das war ja nur der Einstieg.

Freitag Nachmittag: Der Plan ist, ein Drachenei für ein Spiel zu basteln. Nach dem Einkauf eines Styropor-Ei und 300 goldenen Reißzwecken fange ich an. Oben einstecken und dann kreisförmig runterkommen. Kein Problem, leider ist das kein so kleines Ei und mit den 300 Reißzwecken komme ich nicht weit. Kurze Fahrt zum Bastelladen, weitere 600 kaufen. Eine gute Stunde später bin ich leicht genervt. 900 Nadeln sind verbraucht, aber es fehlt immer noch ein Stück…

Samstag, 14 Uhr: Wir waren einkaufen, der Tisch ist gedeckt und dekoriert, der Achtjährige ist nervös und der Fünfjährige motzt, weil der Bruder Geschenke bekommt, und er nicht…

14:40 Uhr: ich glaube mich kurz aufs Sofa legen zu können…

14:50 Uhr: die ersten Kinder kommen. Es sind fünf Mädchen und fünf Jungen eingeladen. Mich als Jugendverbandler freut die Parität, aber sie wird sich noch fatal auswirken…

15:10 Uhr: Alle sind da. Die Lautstärke ist ohrenbetäubend. Wir lassen sich mal alle gegenseitig beschnuppern und machen uns selber Kaffee.

15:15 Uhr: Wir bitten alle zu Tisch. Die Mädchen wollen zusammen sitzen. Ich bin schon etwas heiser.

15:20 Uhr. Es gibt Kuchen, Kekse, Brezeln, Bertie Botts Bohnen, Schokofrösche.

15:30 Uhr: Wir hängen im Programm, finde ich. Ich versuche, zum Thema zu kommen. Wer kennt Harry Potter, was hat das mit dem Kindergeburtstag zu tun, usw. Hört mir eigentlich jemand zu? Spätestens bei „Zauberer-Unterricht“ verliere ich meine Zuhörer. Ist es noch lange bis 18 Uhr?

15:45 Uhr: Wie gute Pädagogen haben wir prozessorientiert gehandelt und die Gruppe aufgeteilt. In der Küche werden Zauberstäbe gebastelt, ich möchte oben ein Spiel spielen.

Bierdeckelwurf, angelehnt an Quidditch. Das geht zwanzig Sekunden gut, dann bekommt das erste Kind einen Bierdeckel ins Auge. Nach zehn Minuten hat keiner mehr Lust zu Spielen. Aber wir hängen nicht mehr im Zeitplan.

16 Uhr: Eine Stunde ist rum, nur noch bis 18 Uhr durchhalten. Zauberstäbe sind gebastelt, jetzt machen wir „Alraunen“. Erde in ein Söckchen, Samen dazu, zubinden, Nase und Ohren abbinden, Augen aufkleben. Mit Glück und Wasser wachsen dann demnächst Gras-Haare.

16:20 Uhr: Die selbstklebenden Augen halten nicht. Der Schwager holt die Heißklebepistole aus dem Keller.

16:30 Uhr: Die Kinder müssen raus. Wir wollen zum Spielplatz um die Ecke. Bis alle Schuhe und Jacken anhaben, dauert es aber noch etwas. Derweil mussten wir feststellen, dass auf der Geburtstagseinladung „19 Uhr Ende“ steht…

Großes Drama: die Kinder sollen zu zweit oder zu dritt an den Händen zum Spielplatz gehen. Das ist für die fünf Mädchen nicht gut zu lösen und endet mit Tränen.

17:00 Uhr: Auf dem Spielplatz werden die vorbereiteten Zaubertränke probiert. Alle haben nun bunte Gesichter und befleckte Jacken. Der Liebestrank (Fanta mir roter Lebensmittelfarbe) kommt am besten an. Das Cola-mit-Milch-entfärben- Experiment hat, nicht funktioniert.

17:30 Uhr: Es wird dunkel und die meisten Kinder müssen mal zur Toilette. Hätten wir uns beides denken können. Ab nach Hause. Ist bald 19 Uhr?

18:00 Uhr: Es gibt Pommes und Würstchen. Überraschung: es gibt Kinder, die beides nicht essen.

18:20 Uhr: Geschenke auspacken. Harte Momente für den kleinen Bruder…

18:30 Uhr. Die Jungs bauen ein Lego auf. Den Mädels ist langweilig. Die Lautstärke ist immer noch hoch. Nachdem zu Beginn die Jungs rumgebrüllt haben, kreischen nun die Mädchen. Auf eine Spiel haben sie keine Lust. Mich mit Klebeband zu umwickeln schon. Damit kann ich aber 15 Minuten rausschlagen und mich letztendlich befreien.

18:50 Uhr: Noch zehn Minuten durchziehen. Eine Runde Verstecken.

19:00 Uhr. Die ersten Eltern kommen pünktlich. Danke. Jacken werden gesucht, Zauberstäbe und Alraunen mitgegeben.

Schön, wenn Kinder im Haus sind. Auch schön, wenn sie wieder gehen.

Der Lärmpegel sinkt, nur noch vier Gäste sind da, diese bauen aber noch Lego.

19:20 Uhr: Alle sind weg. Diese Ruhe im Haus. Unsere Kinder sind noch etwas aufgedreht, spielen aber friedlich. Mir dröhnen die Ohren.

20:30 Uhr: Bier, Essen, dann einfach nur liegen.

Der Fünfjährige macht dagegen schon Pläne, wen er zu seinem Geburtstag im Februar einladen will…

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