Eine Kreuzfahrt wird es nicht…

Über den Prozess „Heute bei Dir“ des Bistums Aachen habe ich ja schon hier geschrieben. Gestern fand in Haus Overbach der Kickoff-Startworkshop der 13 Teilprozessgruppen statt.

Schon vor halb zehn kleines Parkchaos in Jülich-Barmen, wo es aber mehr Parkplätze als Internet-Empfang gibt. Erster Kaffee, erste Bekannte begrüßen (denn Kirche ist wie ein Dorf) und Start mit einer Messe mit Bischof Helmut Dieser. Nachdem ich schon Schlimmes befürchtet hatte, wurde ich vom Gottesdienst positiv überrascht. Kein Hochamt wie im Dom, sondern modern und kurzweilig. Es gibt also doch Menschen im Prozess, die erfrischende Messen gestalten können und dürfen. Die offizielle Beauftragung der Gruppen erfolgte dann auch in der Messe, aber kurz und knackig, und ich konnte schon einmal einen kurzen Blick auf meine MitstreiterInnen werfen. Die Gruppen werden sich mit inhaltlichen kirchlichen Themen beschäftigen und eine Analyse über den Stand der Dinge und die Bedürfnisse von Katholiken erstellen.

Eine Schiffsreise

Danach Wechsel in sogenannte Science College, einen Neubau der Schule. Dort gab es einen kurzen Überblick über den Prozessablauf und die wesentlichen Orgagruppen, sowie Einführungsworte von Bischof und Generalvikar. Der Generalvikar zog das Bild eines Schiffes auf, das auf eine ungewisse Reise geht. Mit Gepäck, Personal, verschiedenen Rollen, aber ohne feste Route. Was das denn für ein Schiff sei, keine Arche, vielleicht ein Forschungsschiff, kein Segelboot. „Keine Kreuzfahrt auf jeden Fall“, kam mir direkt in den Kopf.
Mit wurde sehr klar vor Augen geführt, wie komplex und groß „Heute bei Dir“ aufgezogen wird und wie viele Ressourcen drin stecken und gebunden sind. Gerade an Bistumsköpfen steckt soviel Personal drin, dass man sich fast fragt, ob währenddessen die Arbeit heruntergefahren wird. So erlebe ich es auch bei den anderen Verbänden, die teilweise nicht am Prozess partizipieren, weil sie die Verbandsarbeit nicht vernachlässigen können.
Bei den vielen erfreulich jungen AkteurInnen, die vom Bistum dafür eingesetzt sind, vermisse ich jedoch auch einige Menschen, die ich schon aufgrund ihrer Funktion oder Persönlichkeit dort erwartet hätte, z.B. aus der Abteilung für kirchliche Jugendarbeit, Menschen, die für Innovation stehen, den Hauptabteilungsleiter Pastoral…

Start in die Themenprozessgruppe

Mittagessen, Suppenkoma, Kaffee alle – endlich konnte es dann in den jeweiligen Themenprozessgruppen losgehen. Jede Gruppe hat einen festen Moderator zugeteilt, leider waren wir nur 8 von 13 TeilnehmerInnen. Erste Kennenlernrunde, wie ich mir gedacht habe, sind alle anderen hauptberuflich in Kitabezügen tätig, sei es als Träger, Leitung, Gemeindereferentin oder Erzieherin, während ich ja quasi für den Endverbraucher die Kind- und Elternsicht einbringen werde.

In den zwei Stunden ging erst um erste Absprachen und Terminfindung, die wie zu erwarten schwierig wurde und mit Kompromissen einigermaßen funktioniert hat. Wir werden uns nicht wöchentlich treffen, haben bis Jahresende aber nun drei Termine über 3-4 Stunden, und jedeR lädt mal in seine/ ihre Einrichtung ein (bzw. ich in mein Büro). Insgesamt machen alle einen netten Eindruck, und freuen sich dabei zu sein. Abzuwarten ist, wie relevant es sein wird, dass die Wissensstände über kirchliche Kindergärten sehr unterschiedlich sind. Wir alle haben ein Startpaket bekommen mit einem großen Ordner und einem USB-Stick, auf dem Daten und Fakten und der konkrete Auftrag an die Gruppe zu finden sind. Alles schon verpackt in einer Tasche aus LKW-Plane (die wir vor 3 Jahren schon mal bei der KjG aufgelegt haben).

Endlich wird gestartet

Endlich geht es los. Und doch nicht so wirklich. Dass mal alle Beteiligten zusammen gekommen sind, war gut, auch, dass sich die Gruppen konstituiert haben. Bis Mai soll ein Zwischenbericht fertiggestellt werden, der dann weiter beraten werden wird. Dass wir noch gar nicht über Inhalte und den Auftrag gesprochen haben, lässt das Ganze noch unklar.

Eine Mammutaufgabe ist der Prozess wohl für Lenkungsgruppe und Koordinationsbüro. 13 Gruppen mit über 160 Menschen sollen koordiniert werden, es gibt verschiedene Zwischenebenen, die sich berichten und beraten. 160 Menschen wollen Ernst genommen und bei Laune gehalten werden, damit keiner über Bord geht, um bei dem o.g. Bild zu bleiben. Und doch macht das Unternehmen den Eindruck, dass es organisatorisch gut anläuft. Die beiden Gruppen sind mit vielen unterschiedlichen Professionen besetzt, und machen den Eindruck als wüssten sie was sie tun. Wieso aber Funktionen wie Tagesmoderation oder die offiziellen Fotos ausgelagert werden, erschließt sich mir nicht.
Etwas Sorge macht mir auch, dass doch relativ viele Leute den Start nicht mitbekommen haben, die ersten Termin nicht mitmachen konnten und Gefahr laufen, schon am Anfang abgehängt zu werden.
Egal, jetzt werden alle TPGs mal starten und Ende des Jahres gucken wir, wie weit wir sind…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.